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#46 Die Angst vor dem eigenen Potenzial

Im November 2025 sass ich mit einer guten Freundin beim Lunch und sprach mit ihr über die Zukunft. Die Option, an der Rise Up & Shine Uni von Laura Malina Seiler teilzunehmen, stand im Raum. Für mich war klar, dass ich sie nicht machen werde. Schliesslich hatte ich sie schon mehrfach gemacht. Ich spürte einen Widerstand und sowieso: Es ist gerade alles in Ordnung so. Ich bin ja glücklich. Meine Freundin akzeptierte diese Antwort nicht, weil sie bereits erkannte, dass da ein Thema unter dem Thema liegt. Sie bohrte nach und liess nicht locker. Gemeinsam analysierten wir, welcher Widerstand dahintersteckt. Schon bald stiessen wir auf eine grosse Angst: die Angst davor, was alles kommen könnte, wenn ich meinem vollen Potenzial Entfaltung schenke. Das ist genau ihr Expertengebiet. Mit ihrem Projekt SYRUS unterstützt sie Menschen dabei, ihr eigenes Potenzial zu entfalten. Und so erkannten wir, dass ich riesige Angst vor meiner eigenen Grösse habe. Vor dem, was kommen könnte, wenn ich mein Potenzial wirklich entfalte. Gleichzeitig spürte ich, dass Grosses auf mich wartet. Dass sich etwas in mir entfalten würde, wenn ich die RUSU mache. Etwas, das Grosses kreieren wird. Und genau das machte mir eine Heidenangst.


Sehr erfolgreich habe ich das noch ein paar weitere Tage weggedrückt. Aber etwas in mir gab keine Ruhe, bis ich mich schliesslich trotzdem anmeldete. Die Rise Up & Shine Uni war dieses Jahr in ihrer zehnten und letzten Runde und ich durfte mit dabei sein. So bin ich Schritt für Schritt in meinem Tempo losgelaufen. Doch meine inneren Widerstände waren immens. Ich durfte in so vielen verschiedenen Hinsichten wachsen. Hinschauen, annehmen, loslassen, integrieren, Neues gebären. Es war crazy.


Was wirklich in mir steckt

Ich durfte erkennen, dass ich Unternehmerin sein will. Dass ich meinen eigenen Weg gehen will. Dass ich all-in gehen will. Dass ich vollumfängliche Fülle erfahren möchte. Dass ich die Welt durchschütteln möchte. Dass ich vorausgehen möchte. Dass ich Menschen mit meinem Weg inspirieren möchte. Dass ich ein Buch schreiben möchte. Dass ich zeigen möchte, dass Veränderung für alle möglich ist. Ich möchte zeigen, dass wir so viel beeinflussen können. Dass wir aus dem Zwang, dem Druck und dem Hamsterrad aussteigen können. Ich möchte aufzeigen, wie wunderschön das Leben sein kann und wie viel Leichtigkeit wir uns selbst erschaffen können. Ich möchte Menschen ermutigen, bei sich hinzuschauen, sich weiterzuentwickeln und vorwärtszugehen. Wenn ich es kann, kannst du es auch. Seid gespannt. Es wird Grosses kommen. Ich kann dir noch nicht sagen, wie, wo oder was. Aber es wird grossartig und ich freue mich riesig darauf. Ich spüre, dass das mein Weg ist und dass ich losgehen darf. Für mich ist es unglaublich wichtig, diese Schritte auch auf energetischer Ebene zu bearbeiten. Eben nicht wie früher einfach mit dem Kopf durch die Wand. Denn genau dann wird es streng, hart, anstrengend und mühsam. Da will ich nicht mehr hin. Ich will Unternehmertum, das im Einklang ist mit dem Universum. Unternehmertum, das in der richtigen Schwingung steht, sodass die Energie fliessen kann. Aber wie das beim Manifestieren so ist: Es geht viel mehr darum, wer ich heute bin und durch den Prozess werde, als darum, etwas zu haben. Es geht um mein persönliches Wachstum, das ich durchlaufen darf, damit ich meine Ziele erreichen und Erfolg anziehen kann. Denn alles auf dieser Welt ist Schwingung und Energie. Wenn wir lernen, in Energie, Frequenz und Schwingung zu denken, beginnen wir zu verstehen, dass es eben nicht um Haben und Tun geht, sondern vielmehr um Sein und Tun.


Die Begegnung mit meiner Angst

Und so holte ich mir Hilfe und machte eine Aufstellung. Ich wollte diese Angst kennenlernen, die mir im Weg steht. Ich spürte nämlich, dass ich Ideen und Visionen habe, aber immer wieder diese Angst auftaucht. Die Angst, die nicht wachsen möchte. Die sich nicht zeigen möchte. Die Angst vor Bewertung. Die Angst vor dem Versagen. Bei einer Aufstellung mit menschlichen Stellvertretern ist es so, dass man nach der groben Schilderung des Themas zuerst eine stellvertretende Person für sich selbst auswählt. Danach werden Stellvertreter für die einzelnen Parteien ausgesucht. Bei meiner Situation waren das die Angst und die Vision. Ich als Themengeberin schaute nur zu. Dann startet das Spiel. Die drei stellvertretenden Personen stellen sich auf und äussern immer wieder, wie es ihnen geht und wie sie sich fühlen. Dadurch verändert sich das Bild laufend. Die einzelnen Anteile hören einander und das wiederum bewirkt neue Bewegungen. Ich durfte also meine beiden inneren Anteile hören und näher kennenlernen: die Ängstliche und die Visionärin. Und ich durfte zusehen, wie ich mich winde wie ein Wurm und dieser Angst aus dem Weg gehe. Bis ich ihr Gehör schenke und sie wirklich anschaue. Genau so ist es auch im echten Leben. Wir spüren diese Angst. Wir hören sie. Wir spüren ihre Präsenz. Aber wir wollen sie nicht fühlen. Doch in dem Moment, in dem ich das zulasse, in dem ich die Angst fühle und annehme, verändert sie sich plötzlich. Als ich ihr zuhörte, erkannte ich einmal mehr, dass sie eine positive Absicht hat. Dass sie mich schützen will. Dass sie FÜR mich ist. Die Absicht der Angst ist es, mich vor dem Zusammenbrechen zu schützen. Wenn die Angst nicht wäre, würde ich einfach losgehen und willkürlich und kopflos der Vision folgen.


Die Angst ist nicht mein Gegner

Das haben wir dann auch ausprobiert. Ich durfte probeweise alleine mit der Vision loslaufen und erkannte, wie beängstigend das ist. Es fehlten Sicherheit, Rahmen und Struktur. Es war viel zu wild, zu gross und zu farbig. Ich war völlig überfordert. Also holten wir die Angst wieder dazu. Und plötzlich erkannte ich, dass die Angst eigentlich die Struktur ist. Sie unterstützt mich dabei, das grosse Ganze zu sehen, eine Struktur zu schaffen, Schritt für Schritt zu gehen, nichts zu überstürzen, Möglichkeiten abzuwägen und dadurch erfolgreich zu sein. Die Angst wird aber dominant, laut und widerständig, wenn ich nicht in der Führung bin. Wenn ich kopflos losrenne. Wenn ich zu grosse Risiken eingehe. Wenn ich die Verbindung zu mir verliere. Dann zeigt sie sich als Angst. Dann wird sie laut und beginnt zu blockieren, weil ich sonst nicht zuhören würde. Und das stimmt. Ich, Karin, würde nicht hinhören, wenn sie nicht so laut wäre. Mir musste es oft erst richtig wehtun, damit ich hinhöre. Jedenfalls habe ich bei dieser Aufstellung entschieden, dass ich mit beiden an meiner Seite losgehen will: mit der Struktur und mit der Vision. Gemeinsam gehen wir in meine Zukunft. Dieses System ist also geklärt. Nun weiss ich nicht, ob das für dich alles Sinn macht. Für mich wurde bei dieser Aufstellung jedoch ein grosses Missverständnis geklärt. Denn die Angst ist ein toller und wichtiger Teamplayer, der immer unser Bestes und unser Überleben will. Ganz oft verstehen wir die Angst falsch. Wir denken, sie steht uns im Weg. Wir glauben, sie will nichts Gutes für uns. Doch die Angst will gesehen werden. Sie will wahrgenommen werden. Erst wenn wir das tun, wird sie kleiner und kann sich transformieren. Wir können uns das vorstellen wie in einem Film: Ein innerer Anteil wird nicht gehört und nicht wahrgenommen. Also muss er auf sich aufmerksam machen. Dafür hat er verschiedene Strategien. Eine davon ist, sich in Angst zu verwandeln und gross, laut, auffällig und blockierend zu werden. Wenn wir die Angst wahrnehmen und bewusste Entscheidungen treffen, kann sie sich wieder zurückverwandeln in ihren Ursprung. Und genau das gehört zum Leben dazu.

 
 
 

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