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#40 Wie du mit dir selbst glücklich wirst, so dass alles andere Topping ist

Gestern habe ich mit einer Freundin aus Frankreich telefoniert. Wir kennen uns schon viele Jahre. Ich habe mit meinem damaligen Partner im Jahr 2014 einen Sommer lang in Schweden gelebt. Jedenfalls hatte sie in den letzten Jahren eine schwierige Zeit. „I was in a dark place“, sagte sie über sich selbst. Und sie hat den Weg da raus geschafft. Sie hat sich Unterstützung geholt, hat sich erlaubt, zur Unterstützung Tabletten zu nehmen, hat ihr Umfeld verlassen und sich ein neues Leben aufgebaut. So haben wir gestern auch darüber gesprochen, wie es ist, mit sich selbst in Liebe zu sein.

Sie sagte, dass ich ihr einmal vom „Tank of Love“ erzählt habe, was sie sehr inspiriert hat. Der Liebestank. Dass wir uns vorstellen, dass jeder von uns einen grossen Tank in sich trägt – eben diesen Liebestank. Dieser wird gefüllt, wenn wir mit uns selbst fürsorglich sind, wenn wir uns selbst gern haben, wenn wir uns gern im Spiegel anschauen, wenn wir uns selbst loben, wenn wir stolz auf uns sind, wenn wir Freude an dem haben, was wir sind oder tun und so weiter. Das füllt den Liebestank.

Zusätzlich wird er gefüllt, wenn wir Anerkennung, Dankbarkeit, Liebe und Zuneigung von anderen erhalten. Aber den Grossteil müssen wir selbst füllen. Und wenn dieser Tank leer ist, dann haben wir keine Möglichkeit, anderen Liebe zu geben. Wir können nur Liebe geben, wenn Liebe im Tank drin ist.

In der Spiritualität sagt man sogar, dass andere uns immer nur so sehr mögen können, wie wir uns selbst mögen. Das habe ich lange nicht geglaubt, aber heute kann ich das bestätigen.

Nach meiner Trennung im Jahr 2023 war ich 1,5 Jahre Single. Bis dahin war ich 11 Jahre mit meinem Mann zusammen, davon 5 Jahre verheiratet. Ich habe mich während dieser Zeit verloren. Ich wusste gar nicht mehr so wirklich, was ich im Leben wollte, was meine Bedürfnisse sind – geschweige denn, wer ich wirklich bin. Und genau das galt es herauszufinden.


Direkt nach der Trennung wohnte ich noch drei Monate mit meinem Mann zusammen, was möglich war, da wir uns im Frieden getrennt hatten. Aber ich spürte, dass ich gehen muss, dass ich meinen eigenen Platz brauche. Und ich setzte mir das Ziel, mich selbst wiederzufinden. Herauszufinden, wer ich bin, was ich will und vor allem, mich wieder in mich selbst und das Leben zu verlieben.

Ich wollte mir ein Leben aufbauen, das ich liebe – und das ich auch gerne alleine verbringe. Ich wollte ein Leben, bei dem ich selbst mein Fundament bin. Alles, was ich wirklich brauche, bin ich und ich. Und alles andere ist Chocolate Sauce, alles andere ist Topping.


Ich wollte ein Leben, bei dem ich unabhängig bin von anderen, bei dem ich ich sein kann – jederzeit und überall. Das war ein Weg, und das brauchte Zeit. Aber ich lernte, die Bestätigung der Eltern loszulassen, Freundschaften nicht mehr krampfhaft festzuhalten und mich nicht mehr am Partner festzuklammern. Ich übte, echte Selbstliebe zu leben und Sicherheit in mir selbst zu finden. Ich übte, mich Tag für Tag mit mir selbst zu verbinden.

Die schwerste Lektion für mich war das Aufhören, mich zu verbiegen. Aufhören, anderen gefallen zu wollen. Aufhören, Dinge zu tun, die ich nicht tun will.

War das hart? Auf jeden Fall. War das schwer? Ja, klar. Hat das weh getan? Auf jeden Fall.

Aber es war es sowas von wert, diesen Weg zu gehen.

Und genau das hat auch meine Freundin geschafft. Auch sie hat sich früher am Aussen festgeklammert, hat ihren eigenen Wirkungskreis nicht gesehen – und dann nimmt sie ihr Leben in die Hand und spürt heute, dass sie glücklich ist mit sich und gerne mit sich selbst Zeit verbringt. Und alles andere kommt obendrauf. Dann wurde alles andere zum Topping.


Versteh mich nicht falsch: Natürlich brauche auch ich Verbindung zu Menschen, Freunde, Familie, ein Netzwerk. Aber ich weiss heute: Es würde auch ohne gehen.

Früher habe ich immer gesagt und gedacht: Wenn mein Partner stirbt, dann will ich auch sterben. Ein Leben ohne ihn will ich nicht. So war alles in Abhängigkeit von ihm. Ob ich glücklich oder traurig bin, war abhängig von ihm.

Wenn ich heute meinen Partner verlieren würde, wäre das nicht mehr gleichbedeutend mit „ich will nicht mehr leben“. Natürlich würde es mein Herz brechen, und es wäre vermutlich das Schlimmste, was ich mir vorstellen könnte. Aber ich weiss heute: Ich schaffe es alleine. Ich bin stark, erwachsen und trage mein Leben selbst.

Es ist mir wichtig, hier richtig verstanden zu werden. Es geht mir nicht darum, dass du dein Leben selbst schaffen musst. Das ist nicht die Idee. Was ich mit dir teilen will, ist, wie du einen Weg finden kannst, mit dir selbst zufrieden zu sein – ein Leben mit dir selbst zu geniessen, so dass alles andere Zusatz ist.

Denn ich glaube, dort fängt alles an. Aus meiner Sicht beginnt alles bei der Selbstliebe. Alles Glück der Welt startet dort – und auch alle Herausforderungen starten dort.

Solange wir innerlich im Mangel sind, eben auch im Mangel an Selbstliebe, werden wir auch im Aussen Mangel an Liebe erfahren.

Heute erfahre ich eine ganz andere Art von Liebe, Anerkennung und Zuneigung als früher. Heute, wo ich mich selbst gut finde, so wie ich bin, erfahre ich viel mehr Liebe als früher, wo ich dachte, ich sei nichts wert und mich braucht es nicht auf dieser Welt.

Früher war ich angewiesen auf die Anerkennung und Liebe von aussen. Ich habe versucht, meinen Liebestank mit Liebe von aussen zu füllen. Ich war darauf angewiesen, dass andere mich gut finden – nur dann gab es ein paar Tropfen in meinen fast leeren Liebestank.

Da dieser aber fast leer war, hat es nie gereicht. Ergo rannte ich immer der Anerkennung und Liebe der anderen hinterher, habe alles getan, alles probiert, damit ich Anerkennung bekomme.

Doch die Anerkennung von aussen wird niemals, wirklich niemals deinen Liebestank füllen. Das ist deine Aufgabe. Du sollst deinen Tank mindestens bis zur Hälfte selbst füllen. Es ist deine Aufgabe.

Nichts auf dieser Welt ist gleichwertig wie die Selbstliebe. Und die Anerkennung von aussen ist immer nur kurzfristige Liebe. Das tut kurzfristig gut, aber sehr schnell bist du wieder im eigenen Mangel. Langfristig wird dir die Anerkennung von aussen nichts nützen.

Viele Stars sprechen davon, dass die Anerkennung auf der Bühne grossartig ist, ein Hoch auslöst – und dass danach, alleine im Hotelzimmer, die innere Leere, die Dunkelheit und die Traurigkeit zurückkommen. Das ist aus meiner Sicht ein klares Zeichen dafür, dass der eigene Liebestank nicht gefüllt ist, sondern vom Aussen gefüllt werden soll – was leider nicht möglich ist.


Anerkennung prallt ab

Ich kenne das auch noch auf eine andere Art: Anerkennung ist bei mir abgeprallt.

Ich wollte zwar hören, dass ich etwas gut gemacht habe, aber ich konnte es nicht annehmen. Es war für mich nicht möglich, das einfach stehen zu lassen. Denn bei mir traf es auf inneren Widerspruch.

Wenn jemand in der Gastro meine Herzlichkeit gelobt hat, war meine innere Reaktion: Ja, aber ich habe auch Fehler gemacht. Oder: Andere sind viel herzlicher. Oder: Herzlichkeit ist ja wohl das Mindeste, was man in meinem Beruf erwarten kann.

Es fiel mir also äusserst schwer, meinen Tank damit zu füllen, da ich selbst immer im Widerspruch war. Es war total schwer für mich, mit Komplimenten umzugehen.


Der Weg zu mehr Selbstliebe

Ich durfte also losgehen auf meinem Weg und mit mir und an mir arbeiten. Und ich habe erkannt, dass der Weg zu mehr Selbstliebe nicht einfach darin besteht, mir ein Mantra an die Wand zu hängen und das jeden Tag zu lesen. Es reicht auch nicht, mir meine Affirmationen täglich anzuhören.

Das sind Unterstützungen auf dem Weg – aber für mehr Selbstliebe muss ich an die Wurzel. Ich darf hinschauen, das Thema unter dem Thema finden und mir Zeit für den Prozess geben.

So habe ich mir zehn Dinge überlegt, die mir auf meinem Weg geholfen haben:

  1. Das Wissen, dass ich nicht meine Gedanken bin. Egal, wie negativ ich denke – ich bin nicht meine Gedanken. Ich bin meine Seele. Meine Gedanken gehören zu mir, aber sie sind nicht mein Kern.

  2. Die Erkenntnis, dass alles, was ich über mich glaube, einen Ursprung hat. Alles hat mir irgendwann gedient – oft aus dem Bedürfnis heraus, Schmerz zu vermeiden.

  3. Das Wissen, dass ich meine Gedanken führen kann. Ich kann entscheiden, ob ich meinem Verstand oder meinem Herzen folge.

  4. Das Bewusstsein über meine Stärken.

  5. Meine Geschichte aufarbeiten und annehmen.

  6. Vergebung – anderen und mir selbst.

  7. Meine Werte definieren.

  8. Meinen Charakter verstehen.

  9. Das Verständnis, dass jeder Mensch mit seinen Ressourcen sein Bestes gibt.

  10. Das Vertrauen ins Universum.

So – was macht das mit dir? Wie fühlt sich das an?

Ich bin verliebt in mein Leben. Ich bin stolz auf mich – auf alles, was ich bin und habe. Ich habe ein riesiges Vertrauen ins Universum.

Das Leben geschieht für mich.

Heute gehe ich durchs Leben mit der tiefen Überzeugung:

Ich kann mit mir selbst glücklich sein – und alles andere ist Topping.

Wie sieht es bei dir aus?

Wie würde dein Leben aussehen, wenn du dich selbst wirklich liebst – so, dass alles andere einfach Bonus wäre?

 
 
 

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