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#28 Selbstliebe vs. die toxische Beziehung zu dir selbst

Zu meinem Geburtstag bekam ich ein Buch geschenkt: „Und wenn ich mich selbst liebe“ von Andrea Wilk. Ein Roman, der mich tief berührt hat – weil ich mich selbst darin wiedererkannte.

Nicht in der Beziehung der Protagonistin. Nicht in ihrem Umfeld. Sondern in ihrer inneren Stimme.

Was mich am meisten erschüttert hat, war nicht das Verhalten ihres Partners. Es war die Art, wie sie mit sich selbst spricht. Diese gnadenlose Härte. Diese permanente Selbstbeschuldigung. Diese innere Stimme, die keine Fehler erlaubt.

Und genau darum geht es in dieser Folge.

Die Härte ist gelernt

Niemand kommt auf die Welt und denkt:„Ich bin falsch.“„Ich bin schuld.“„Ich muss mich anpassen, um geliebt zu werden.“

Das lernen wir.

In der Psychologie sprechen wir von internalisierten Glaubenssätzen. Überzeugungen, die wir in unserer Kindheit übernehmen – oft unbewusst.

Wenn ein Kind häufig Kritik erlebt, Liebesentzug spürt oder merkt, dass Erwartungen hoch sind, entwickelt es Strategien. Überlebensmuster. Nicht weil es schwach ist – sondern weil es dazugehören will.


Der innere Kritiker ist kein Feind

Viele Menschen glauben, der innere Kritiker sei das Problem.

In Wahrheit war er ursprünglich ein Schutzmechanismus.

Er will verhindern, dass wir erneut Schmerz erleben.Er will uns antreiben, damit wir keine Fehler machen.Er glaubt, Strenge sei Sicherheit.

Doch was kurzfristig schützt, zerstört langfristig.

Denn Härte aktiviert das Bedrohungssystem im Gehirn.Freundlichkeit aktiviert das Bindungssystem.

Unser Nervensystem heilt nicht durch Druck –sondern durch Sicherheit.


Warum wir es nicht merken

Wenn wir jahrelang so mit uns sprechen, halten wir es für normal.

Diese Stimme klingt oft wie:

  • ein Elternteil

  • eine frühere Bezugsperson

  • ein Lehrer

Und irgendwann glauben wir: „Das bin ich.“

Aber es ist ein gelerntes Muster.Nicht deine Identität.


Der Weg zurück zur Selbstliebe

Selbstliebe beginnt nicht mit Affirmationen.Sie beginnt mit Bewusstheit.

1. Wahrnehmen: „Ah, da ist sie wieder. Diese harte Stimme.“

Nicht bekämpfen. Beobachten.

2. Distanz schaffen: Verstehen: Das bin nicht ich. Das ist ein Anteil. Ein Muster.

3. Mitgefühl entwickeln: Nicht als esoterisches Konzept – sondern als neurobiologisches Werkzeug.

Wenn du beginnst, mit dir zu sprechen wie mit einer guten Freundin, verändert sich dein Nervensystem. Oxytocin steigt. Stress sinkt. Der Körper entspannt.

Eine einfache Frage kann alles verändern:„Wie würde ich mit mir sprechen, wenn ich mich lieben würde?“


Selbstliebe ist eine Entscheidung

Nicht perfekt zu sein.Nicht alles auf dich zu laden.Grenzen zu setzen.Deine Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Am Anfang fühlt sich das fremd an. Vielleicht sogar falsch.Weil dein System Härte gewohnt ist.

Aber Leichtigkeit ist lernbar.Selbstliebe ist lernbar.

Und vielleicht ist genau jetzt dein Moment, neu zu wählen.

Wenn du dich in diesen Worten wiedererkennst, dann ist das kein Urteil.Es ist ein Weckruf.

Und Weckrufe sind keine Katastrophe.Sie sind der Beginn von Freiheit. 🤍

 
 
 

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