#25 Das Leben passiert mir einfach - oder vielleicht doch nicht?
- Karin

- Jan 27
- 3 min read
Ich liebe Podcasts. Formate wie happy, holy & confident, Da ist Gold drin oder ganz neu Mindseed begleiten mich schon lange. Sie geben mir Impulse, neue Perspektiven und immer wieder Denkanstösse für mein eigenes Leben.
Einer dieser Impulse hat mich besonders berührt: Der Gedanke, dass sich unser Leben aus verschiedenen Lebensbereichen zusammensetzt – und dass wir in manchen das Gefühl haben, sie einfach passieren uns.

„Das Leben passiert mir einfach“
Laura Malina Seiler hat einmal gesagt, dass es Lebensbereiche gibt, in denen wir das Gefühl haben, sie passieren uns einfach. Als hätten wir keinen Einfluss, keine Macht, keine Kontrolle. Wenn wir sagen: „Das Leben passiert mir“, meinen wir oft, dass wir keinen Zusammenhang zwischen uns und unserem Ergebnis sehen. Vielleicht kennst du dieses Gefühl von Ohnmacht, Machtlosigkeit oder innerer Resignation. Dieses stille Denken: „Da kann ich halt nichts machen.“
Für mich war das lange der Bereich Geld. Egal wie viel ich hatte – es war immer zu wenig. Es kam und ging. Monat für Monat. Ich hatte das Gefühl, es rinnt mir durch die Finger. Und das frustrierte mich zutiefst. In anderen Lebensbereichen – Bewegung, Ernährung, Spiritualität, Beziehung – fühlte ich mich hingegen sehr bewusst unterwegs. Dort hatte ich das Gefühl, Einfluss zu haben, Dinge gestalten zu können.
Unser Einflussbereich
Natürlich gibt es Dinge, auf die wir kaum Einfluss haben: das Wetter, die Politik, das Weltgeschehen, die Wirtschaft.
Aber vieles in unserem Leben ist beeinflussbar. Und zwar mehr, als wir oft glauben.
Dafür ist es wichtig zu verstehen, wie wir funktionieren. Laura nennt diesen Zusammenhang den Identity Loop.
Der Identity Loop
Stell dir einen Kreis mit vier Stationen vor:
Gedanken
Gefühle
Handlungen
Erfahrungen
Deine Gedanken erzeugen Gefühle. Gefühle beeinflussen deine Handlungen. Deine Handlungen führen zu Erfahrungen. Und diese Erfahrungen bestätigen wiederum deine ursprünglichen Gedanken. So schliesst sich der Kreis.
Ein Beispiel:
Gedanke: Ich bin nicht wichtig.
Gefühl: Rückzug.
Handlung: Ich melde mich nicht.
Erfahrung: Niemand fragt nach mir.
Beweis: Siehst du – ich bin nicht wichtig.
Meine eigene Geschichte
Ich hatte jahrelang Gedanken wie: „Mein Geld reicht nie.“„Ich bin arm.“„Ich bin wertlos.“
Und genau diese Erfahrungen habe ich gemacht. Immer wieder.
Im Kurs Money Mindset habe ich erkannt, woher diese Gedanken kamen – aus alten Erfahrungen, aus Glaubenssätzen, aus Themen, die nicht einmal wirklich meine waren.
Denn ein Gedanke entsteht nie aus dem Nichts.Er hat immer eine Geschichte.
Dasselbe erlebte ich mit meinem Körper und meinem Selbstwert.Ich fühlte mich jahrzehntelang zu dick, zu wenig, nicht hübsch genug.Ich beschimpfte mich innerlich – und mein Aussen reagierte darauf.
Es ging gar nicht anders.
Keine Schuld – aber Verantwortung
Mir ist eines ganz wichtig: Ich will dir keine Schuld geben.
Es geht nicht darum, dass du etwas falsch gemacht hast. Es geht darum, dir bewusst zu machen, dass du Einfluss hast. Dass du gestalten kannst. Schritt für Schritt.
Wenn dir das Leben gerade einfach passiert, dann bist du nicht falsch. Dann bist du vielleicht einfach noch unbewusst unterwegs.
Das Lebensrad – ein ehrlicher Blick auf dein Leben
Im Coaching arbeiten wir oft mit dem Lebensrad. Eine einfache, aber sehr kraftvolle Übung. Du zeichnest einen grossen Kreis und unterteilst ihn in mehrere Kuchenstücke – zum Beispiel 4, 6 oder 8.Jedes Stück steht für einen Lebensbereich: Bewegung & Fitness, Spiritualität, Sexualität, Liebesbeziehung, Familie, Ursprungsfamilie, Hobbys, Job und so weiter.
Dann bewertest du jeden Bereich auf einer Skala von 1 bis 10 – ganz intuitiv.Du kannst Zahlen hineinschreiben, Flächen ausmalen oder anstreichen. Wichtig ist: nicht zu lange überlegen.
Wenn dein Lebensrad fertig ist, betrachte es erst einmal ohne Bewertung.Was siehst du?Wo ist viel Energie, wo wenig?Wo ist es ausgeglichen, wo holprig?
Und erst dann gehst du tiefer:Was hat dazu geführt, dass du heute genau hier stehst?Was läuft bereits gut? Und erst im zweiten Schritt: Was fehlt dir? Was vermisst du?
Eine Einladung
Vielleicht hast du Lust, zu experimentieren.
Wähle einen Lebensbereich. Ein Thema. Und beobachte deine Gedanken dazu.
Was denkst du über dich? Was ist das Resultat?Und welche Gedanken könntest du stattdessen denken?
Wo möchtest du aufhören zu sagen: „Das Leben passiert mir einfach“ und anfangen zu sagen: „Ich bin bereit, mein Leben bewusst mitzugestalten.“




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