#35 Nach dem Fasten – Mein Fastenglück
- Karin
- Apr 19
- 4 min read
Die letzten zwei Tage meiner Fastenkur vergingen wie im Flug, es war verrückt. Und das Witzige ist, dass man dann eigentlich direkt dranbleiben könnte. Natürlich habe ich mich gefreut, wieder bald essen zu dürfen, aber es wäre auch eine Möglichkeit gewesen, noch ein paar Tage dranzuhängen. Die Energie ist zurück und man ist im Flow – ein wunderbares Gefühl. Ich bin die letzten zwei Tage förmlich vor Glück geschwebt. Das Fastenglück nenne ich das.

Ich habe mir am Donnerstag noch eine Session in der Kinesiologie gegönnt, bei Marianne Camenzind. Sie hat mich sehr gut dabei unterstützt, mein Herz zu öffnen und die Dreieinigkeit wiederherzustellen. Bestimmt hast du auch schon einmal davon gehört, dass die Dreieinigkeit aus Körper, Geist und Seele besteht. Diese Grundidee ist uralt, bereits im antiken Griechenland wurde davon gesprochen. Viel später in der christlichen Tradition ist sie ebenfalls wieder erschienen. Auch in der Traditionellen chinesischen Medizin gibt es die Dreieinigkeit von Körper (Jing), Lebensenergie (Qi) und Geist (Shen). Dieser Urgedanke erscheint also immer wieder in verschiedenen Formen, mit ähnlichem Inhalt. Und was bedeutet sie?
Der Körper (das Sichtbare und Vergängliche)
Es geht einerseits um die physische Ebene, den Körper und alles, was dazu gehört – auch Krankheiten, Spannungen und Schmerzen. Und weiter umfasst diese Ebene alles, was messbar ist.
Der Geist (das Denkende)
Dazu gehören unsere Gedanken, Überzeugungen und Bewertungen – alles, was wir bewusst wahrnehmen können.
Die Seele (das Fühlende und Lebendige)
Dazu gehören Emotionen, Intuition, das Unterbewusstsein und die innere Wahrheit. Aber auch die Sprache der Seele mit ihrer Sehnsucht.
Was die Dreieinigkeit meint, ist, dass alle drei gleichwertig sind und zusammenhängen. Eines kann nicht ohne das andere – sie sind in direkter Abhängigkeit.
Die Theorie zeigt, dass Leid dann entsteht, wenn wir uns zu stark mit einer Ebene identifizieren und dadurch eine andere ignorieren. Als Beispiel, respektive live aus meinem Leben: Wenn ich mich zu stark mit dem Geist, dem Verstand identifiziere, entsteht ein Mangel auf der seelischen und körperlichen Ebene.
Und so will ich den Bogen zum Fasten spannen: Fasten betrifft alle drei Ebenen. Bei mir persönlich hat es auf allen drei Ebenen gewirkt, besonders, weil meine Kanäle offen sind – ich bin total empfänglich dafür. Es geht um die Entlastung und Reinigung des Körpers, um die Klärung des Geistes und um den Zugang zu den Gefühlen und der inneren Wahrheit.
In den ersten fünf Tagen habe ich – ohne dies bewusst zu wählen – mich viel zu stark mit dem Verstand identifiziert. Das kenne ich bereits von früher, damals war das sehr stark bei der Arbeit präsent, als ich noch in der Gastronomie gearbeitet habe. Nun hat es mich bis in die Fastenzeit verfolgt und dafür gesorgt, dass mir das Loslassen und Entspannen nicht ganz gelungen ist.
Deshalb durfte ich in der Kinesiologie eintauchen und die Dreieinigkeit wiederherstellen. Meinem Herzen und meiner Seele wieder mehr Raum geben, meinen Körper besser spüren. Und siehe da: Ich bin total erlöst aus der Session gekommen und zurück in meine Yogagruppe, wo gerade die Befindlichkeitsrunde lief.
Alle waren total überrascht, wie anders ich aussehe. So unglaublich spannend, wie sich das bei mir stark im Gesicht zeigt. Ich war viel weicher geworden, entspannter, meine Augen haben geleuchtet. Einfach wunderbar.
Und so bin ich die letzten zwei Tage förmlich geflogen. Ich bin in meinem Fastenglück angekommen und konnte es richtig geniessen. Ich habe das Fliessen der Energie förmlich gespürt – einfach phantastisch.
Ich habe dir aber auch versprochen, dass wir noch anschauen, was sich im Körper alles getan hat:
Der Körper hat die Glykogenspeicher komplett geleert und die Fettreserven angezapft
Abgenommen habe ich etwa 4 Kilogramm
Der Parasympathikus ist aktiviert (Regeneration und Entspannung)
Weniger Insulinproduktion, dadurch Erholung des Stoffwechsels – das ermöglicht Abnehmen und Recycling der Zellen sowie den Abbau von schädlichen Substanzen
Entzündungshemmung in den Gelenken, Entspannung des Bindegewebes und dadurch Abnahme von Rückenschmerzen
Senkung von Blutdruck und Cholesterin, die Herzfrequenz verbessert sich
Veränderung der Botenstoffe im Gehirn, dadurch Neubildung von Nervenzellen und Reduktion von Symptomen bei Alzheimer
Zellreparatur und Zellverjüngung werden gesteigert (Entschlackung)
Das Magenvolumen reduziert sich, Reinigung durch Zellerneuerung und Steigerung der Vielfalt der Darmbakterien, dadurch Stärkung des Immunsystems
Ketonkörper werden produziert, welche die Immunabwehr stärken und vor Entzündungen schützen
Das alles führt zu einem klareren Fokus, besserer Konzentration, ruhigeren Gedanken und möglicherweise zu einem längeren Leben.
Während der Fastenkur haben wir bereits an einem Morgen über die ideale gesunde Ernährung gesprochen. Das tat wirklich gut, das Wissen wieder aufzufrischen.
Die Entlastungstage sind dazu da, den Magen und den Körper langsam wieder an das Essen zu gewöhnen. Dabei empfehlen sie am ersten Tag eine Mahlzeit und am zweiten Tag zwei Mahlzeiten. Idealerweise beinhaltet das leicht verdauliches, gekochtes Gemüse wie Spinat, Karotten, Fenchel oder Kürbis. Zu vermeiden sind Kohlgemüse (wegen Blähungen), rohes Gemüse oder Blattsalat, da dies den Magen überfordern kann. Ideal wären Kartoffeln mit gekochtem Gemüse und Hüttenkäse oder Kräuterquark. Kleine Portionen, leichte Küche. Am zweiten Tag kann ergänzt werden mit einem kleinen Müesli oder einer Suppe.
Für die weiteren Tage empfehlen sie, den Fokus auf den Säure-Basen-Haushalt zu legen. Dabei geht es darum, wie sauer oder basisch unsere Körperflüssigkeiten sind. Dieser Wert nennt sich pH-Wert und wird im Blut gemessen. Wichtig: Lebensmittel regulieren nicht direkt das Blut, sondern beeinflussen, wie stark die Organe regulieren müssen. Der Körper reguliert über die Lunge, die Nieren und das Puffersystem im Blut.
Es gibt also Lebensmittel, die basenbildend sind, und solche, die säurebildend sind. Ziel ist es, den Haushalt in Balance zu halten – jedoch nicht 50/50, sondern etwa 80/20.
Basenbildend:
pflanzliche Produkte
Gemüse
Obst
Kartoffeln
Säurebildend:
tierische Produkte
Fleisch
Käse
Zucker
Alkohol
Die ideale Ernährung laut meinem Fastenhotel wäre also: 80 % Gemüse, Früchte und Kartoffeln, 20 % Fleisch oder Käse. Eine grosse Herausforderung, finde ich – dennoch nehme ich es mir vor, besser darauf zu achten.
Nun bin ich wieder zu Hause und habe die Entlastungstage hinter mich gebracht. Jetzt geht es darum, langsam wieder in meinen Alltag zurückzukommen. Mein Hunger ist reduziert, mein Appetit kleiner geworden, und ich beginne, meine sportlichen Aktivitäten wieder hochzufahren. Dabei möchte ich spüren, was mein Körper braucht, um der Belastung standzuhalten.
Ich behalte meine Trinkgewohnheiten bei und trinke mindestens 2,5 Liter pro Tag. Empfehlung: 3 dl pro 10 kg Körpergewicht.
Fazit:
Ich spüre meinen Körper deutlich besser als vor der Fastenzeit. Ich bin in Liebe mit mir und führe mir nur das zu, was mir wirklich guttut. Ich höre auf mich und konsumiere Genussmittel nur dann, wenn ich wirklich Lust darauf habe – nicht aus Gewohnheit. Ich konsumiere bewusst und mit Genuss, frei von schlechtem Gewissen, dafür weniger oft.




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